Dank der hervorragenden Lage im Herzen des Val Marecchia ist die Tenuta Saiano ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungstouren in das an Geschichte und Kultur reiche Hinterland…

Und nur wenige Kilometer entfernt wartet der reizvolle alte Stadtkern von Santarcangelo auf Entdeckungsfreudige, die nach antiken und aristokratischen Spuren des Mittelalters suchen.

Torriana und Montebello: Die Terassen der Romagna

Auf den für das Val Marecchia typischen felsigen und unwegsamen Vorgebirgen ragen die eindrucksvollen Silhouetten der Burgen von Montebello und Torriana empor. Sie waren einst uneinnehmbare Festungen und wirksame Bollwerke gegen feindliche Angriffe und sind heute wunderschöne mittelalterliche Dörfer, die durch ihren Charakter und den Zauber vergangener Zeiten bestechen.

Die Rocca dei Guidi di Bagno in Montebello konnte über die Jahrhunderte hinweg ihre ursprüngliche mittelalterliche Struktur bewahren. Die mit der Burg verbundenen Geschichten und die Legende um den Geist der Azzurrina, der auch heute noch in ihren Räumen wandeln soll, haben sie weithin bekannt gemacht. Die für Besucher geöffnete Burg ist ein Zeugnis lang zurückliegender Schlachten und glorreicher stattlicher Pracht unter dem adeligen Wappen der Malatesta und Montefeltro. Sie genießt eine Panoramalage, von der aus die natürliche Schönheit des Parks des Val Marecchia bewundert und in der Ferne die bewaldeten Felshänge des Apennins erblickt werden können.

Während eines Spaziergangs durch die steilen Gassen des mittelalterlichen Dorfes sieht man das Profil des hoch aufragenden Stadtturms, der mit seinem quadratischen Grundriss über dem gesamten Dorf thront und dessen Glockenläuten auch heute noch den Alltag der Bewohner von Montebello bestimmt. Auch ein Besuch der Dorfkirche ist lohnenswert. Sie wurde in der ersten Hälfte des 17. Jh. erbaut und diente früher als Privatkapelle der Burgbewohner.

Der Ort Torriana stammt aus dem Jahr 1000 und ist ein Zeugnis aus den Zeiten der Malatesta. Er liegt inmitten eines herrlichen Naturparks auf einem großen Kalksteinfelsen. Von der antiken viereckigen Festung auf dem Gipfel des Berges sind heute noch das Zugangstor, zwei runde Türme und Teile der Mauern des Hauptturms zu sehen. Eine Legende erzählt, dass in den geheimen Winkeln der Burg von Torriana im Jahre 1304 Gianciotto Malatesta ermordet wurde. Er hatte wenige Jahre zuvor verrückt vor Eifersucht seine Frau Francesca von Rimini und seinen Bruder Paolo getötet: Die unglücklichen Liebenden sind in Dantes Versen der „Hölle“ unsterblich geworden.

Die unberührte und ungezähmte Natur, atemberaubende Ausblicke und die stillen Wälder, die von unwegsamen, duftenden Wegen übersät sind, machen diesen Teil des Val Marecchia zu einer malerischen Gegend, die nur darauf wartet, entdeckt…..und durchwandert zu werden.

Die Burg von Montebello

Nach einem noch intakten Bogen aus alten Zeiten folgen wir dem steilen Sträßchen, das sich bis hoch auf den Felsen zieht, und erreichen die Burg, die den ganzen Ort Montebello beherrscht.

Die Burg von Montebello ist ein prachtvolles Beispiel der Militärarchitektur der Malatesta und beherbergte Jahrhunderte lang adlige und illustre Geschlechter, zunächst die Familie der Malatesta, ab 1393 dann die der Montefeltro. Der Eingang führt gleich in den Innenhof, in dem noch die Überreste eines Brunnens zu sehen sind, der einst von zahlreichen Wasseradern gespeist wurde.

Der Renaissance-Flügel, der von den Malatesta im Jahre 1400 errichtet wurde, bildet einen prächtigen, malerischen Rahmen für eine reichhaltige Sammlung mit Einrichtungsgegenständen, Kunstschätzen und Meisterwerken des italienischen Kunsthandwerks aus der Zeit von 1400 bis 1700. Die prachtvolle Festung, die im vergangenen Jahrtausend Schauplatz von Kämpfen und Schlachten inmitten der Türme war, birgt in ihren Räumlichkeiten und den verborgenen Winkeln geheimnisvolle Legenden und düstere Geschichten. Es wird nämlich erzählt, dass in diesem Schloss Azzurrina, die Tochter des Grafen Guidi di Bagno, auf tragische Weise zu Tode kam. Laut der abergläubischen Bevölkerung haust ihr Geist noch heute in den dunklen Untergeschossen der Festung.

Das Schloss bietet dem Besucher zwei Führungen pro Tag: Die Führung bei Tageslicht konzentriert sich auf die architektonischen und effektvollen Schönheiten der Burg und die einzigartigen Schätze, die in ihren Räumlichkeiten bewundert werden können. Die nächtliche Führung ist Erwachsenen vorbehalten und vertieft die mystischen und düsteren Aspekte der Legenden rund um die Burg, wobei die neuesten Studien zu übersinnlichen Phänomenen und zum Geist der Azzurrina erläutert werden.

Das Geheimnis der Azzurrina

Die Burg von Montebello wird laut Volksmund von einem Geist bewohnt: Dieser Geist haust seit Jahrhunderten in den Räumen und Verliesen der Burg und durchdringt die Stille und Dunkelheit mit seinem schwachen Stimmchen.

Azzurrina, die Tochter eines der Burgherren, Ugolinuccio Malatesta, ist die Hauptfigur dieser Legende, die seit Jahrzehnten die Besucher und Liebhaber des Übersinnlichen fasziniert und eine große Anzahl an Neugierigen nach Montebello zieht, die das kleine Gespenst gern „persönlich kennenlernen“ möchten.

Die Legende erzählt, dass am 21. Juni des Jahres 1375, während ihr Vater Ugolinuccio in eine furiose Schlacht gegen die Montefeltro verwickelt war und ein schweres Gewitter mit Blitz und Donner über den Burgtürmen niederging, die kleine Guendalina, die von Geburt an albinotisch war und deshalb „Azzurrina“ genannt wurde, unter den Augen ihrer Bewacher auf mysteriöse Weise in den unterirdischen Gängen der Burg verschwand, als sie beim Spielen ihrem Stoffball hinterherlief.

Ihr kleiner Leichnam wurde nie gefunden, aber seither hallen alle 5 Jahre am Tag der Sommersonnenwende, in der Nacht vom 21. auf den 22. Juni, die kindliche Stimme und das Lachen der kleinen Azzurrina in den stillen Korridoren der Burg wieder.

Legende, Aberglaube, Geschichte, Realität. Niemand kennt den wahren Ursprung dieser Geschichte, die seit etwa 3 Jahrhunderten mündlich überliefert wird und im Laufe der Zeit mit mehr oder weniger phantasievollen Elementen und Einzelheiten angereichert wurde. Tatsache ist jedoch, dass diese Vorkommnisse nach so vielen Jahren weiterhin eine beträchtliche Anzahl Personen dazu bewegt, die steilen Pfade des Felsens von Montebello hochzuwandern, um die Legende und die Geheimnisse, deren Wahrheit nur die Mauern der tausendjährigen Festung kennen, von den Touristenführern zu hören.

Nun, jedem seine Freiheit bei der Interpretation!

Das Dorf Saiano

Die Wallfahrtskirche der Madonna von Saiano liegt inmitten der Hügel des Val Marecchia und ist ein unangefochtener Ort der Stille und des Gebets. Sie wird von Franziskanermönchen des Ordens des Unbefleckten Herzens Mariens aus Kolumbien gepflegt und steht auf einem Felsvorsprung über dem Fluss Marecchia, an einer strategischen Stelle zwischen Montebello, Torriana und Verucchio.

Der Name führt uns zurück zu den Römern, die ihn nach ihrem Gott, dem der einst hier stehende Tempel wahrscheinlich geweiht war, „Saxum Jani“, das heißt „Janusfels“, benannt hatten. Die Wallfahrtskirche sowie das gesamte Dorf entstanden im Mittelalter, und zwar als ein Ort zur Verehrung der Madonna von Saiano. Im Inneren der Kirche, die der Seligen Jungfrau del Carmine geweiht ist, befindet sich eine Gipsstatue der Madonna. Sie stammt aus dem XV. Jahrhundert und soll vor allem in Bezug auf die Mutterschaft übernatürliche Fähigkeiten besitzen. Zu Zeiten der Montefeltro pilgerten am 15. August die Schwangeren des gesamten Tals hierher, um zu beten, die Jungfrau möge ihnen eine Geburt mit glücklichem Verlauf gewähren. Auch heute noch wird am 15. August die Madonna von Saiano gefeiert.

Die Wallfahrtskirche der Madonna von Saiano ist leicht über einen durch die grünen, marecchesischen Hänge führenden Schotterweg erreichbar. Von Rimini kommend schlägt man die Staatsstraße Marecchiese ein und überquert auf der Höhe der Ortschaft Ponte Verucchio die Brücke. Dann biegt man gleich nach links in die Straße zur Wallfahrtskirche von Saiano ab. Das letzte Stück bis zur Wallfahrtskirche muss zu Fuß zurückgelegt werden. Heute gehört diese Gegend zum Tierschutzgebiet von Torriana-Montebello.

Unterwegs in Santarcangelo di Romagna

Im Herzen des Val Marecchia, das zu Rimini gehört, liegt Santarcangelo, eine typische mittelalterliche Ortschaft, deren Befestigungsanlagen bis heute unverändert geblieben sind.

Unsere Reise beginnt am Treffpunkt der Bewohner von Santarcangelo: Piazza Ganganelli. Dieser Platz ist Antonio Ganganelli, der 1769 mit dem Namen Clemens XIV. zum Papst geweiht wurde, gewidmet. Der Platz wird vom gleichnamigen Triumphbogen, der einstimmig als das Wahrzeichen der Stadt angesehen wird, dominiert.

Bei einem Spaziergang durch die malerischen Gassen und auf den steilen Treppen, an denen sich die Werkstätten, Geschäfte und charakteristischen Osterias der Altstadt befinden, lohnt sich ein Besuch der Druckerei Marchi, die seit 1633 im Besitz der einzigen noch in Betrieb befindlichen Mangel aus dem 16. Jahrhundert ist und diese noch heute zum Bügeln von bedruckten Stoffen einsetzt.

Eine kleine Rast auf einem der Parkbänke an der alten Stadtmauer der Malatesta gibt die Möglichkeit, das Auge über den Stadtpark, den sogenannten Campo della Fiera, mit der von Tonino Guerra entworfenen Brunnenanlage am Eingang schweifen zu lassen.

Wenn man weitergeht, gelangt man dann zum Eingang der Tuffsteinhöhlen. Hier erstreckt sich ein kompliziertes unterirdisches Netz von Gängen, Brunnen und engen Stollen, die in den Ton des Monte Giove getrieben wurden und deren Ursprung bis heute ein Geheimnis ist. Bei einem Gang durch einige dieser monumentalen Grotten, entlang der gewundenen und labyrinthartigen Wege, die sich durch das Innere des Berges ziehen, spürt man den Zauber einer längst vergangenen Zeit und lebt ein wenig in der Welt der Legenden, der Phantasie und der mitreißenden Volksmärchen.

Noch tiefer in die engen unterirdischen Gassen vordringend führt uns unsere Reise bis zu den Ausläufern der majestätischen Malatesta-Burg im Herzen des malerischen mittelalterlichen Dörfchens, das von der Höhe des Monte Giove über der Stadt thront und über sie wacht. Zwischen den Dächern und Mauern der Zitadelle ragt würdevoll der stattliche Glockenturm empor, dessen typisches Profil die Phantasie vieler lokaler Künstler inspiriert und bezaubert hat.

Beim Abstieg durch die steilen Gassen der Altstadt lohnt sich ein Besuch der folgenden Museen: Im Ethnologischen Museum (MET) werden Gegenstände aus dem traditionellen ländlichen Alltag und der lokalen Kultur ausgestellt. Das Historisch-Archäologische Museum (MUSAS) bewahrt die historisch, künstlerisch und mnemotechnisch wertvollsten Schätze der Stadt auf. Und im Knopfmuseum wird der Besucher auf eine Entdeckungstour durch die interessante Welt der Knöpfe und der Wurzeln der wirklich authentischen Romagna geführt.


Montebello di Poggio Torriana (RN), Via Casone, 35

+39 0541 675515

info@tenutasaiano.it